Im kulturellen Erbe Thüringens haben historische Parks und Gärten einen besonderen Platz. Vor allem die fürstlichen Gärten sind in besonders hoher Dichte anzutreffen. Daneben entstanden, vor allem am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, zahlreiche vornehme Villengärten, so etwa der Park Bergfried in Saalfeld. Aber auch Friedhöfe, Alleen, Kleingärten und andere Freiräume gehören zum reichen gartenkünstlerischen Erbe.

Der ganzen Bandbreite der Thüringer Gartenkunst widmet sich Dr. Martin Baumann vom Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie in einem Vortrag am 24. Mai in der Herzoglichen Orangerie Gotha. Dabei kommen Gartenkünstler zur Sprache wie Her-mann Fürst von Pückler-Muskau, Carl Eduard Petzold, Henry van de Velde, Hermann Muthesius, Thilo Schoder, Heinrich Siesmayer, Lossow und Kühne, Max Bromme und Reinhold Lingner. Vor allem aber geht es um die oft jahrhundertelange Kontinuität, mit der die Anlagen gepflegt und weiterentwickelt wurden, so etwa der Camposanto in Buttstädt seit dem 16. Jahrhundert.

Dr. Martin Baumann absolvierte eine Lehre als Landschaftsgärtner, bevor er an der Universität Hannover Landschaftsarchitektur studierte. Seit 1996 ist er als Referent für Gartendenkmalpflege beim Thüringischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie, wo er inzwischen die Abteilung Inventarisation leitet. 2001 wurde er mit einer Arbeit über den Gartenarchitekten Leberecht Migge promoviert. Baumann legte zahlreiche Veröffentlichungen zu Gartendenkmalpflege und Gartengeschichte in Thüringen vor, beispielsweise ist er Herausgeber des Buchs „Blumenstadt Erfurt“.

 

Vortrag „Gartenkultur in Thüringen“

Dr. Martin Baumann, Thüringisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

Donnerstag, 2. Juni 2022, 18 Uhr

Klosterkirche St. Peter und Paul, Erfurt

Eintritt frei

 

Abbildung

Schlossgarten Molsdorf – ein besonders originelles Beispiel der Gartenkultur in Thüringen, Foto: Schatzkammer Thüringen, Marcus Glahn

 

Ausstellung „Paradiesgärten – Gartenparadiese“

Klosterkirche St. Peter und Paul in Erfurt

bis 31.10.2022

Di-So 10-18 Uhr

Tickets: 8 Euro, ermäßigt 4 Euro, Familienticket ab 16 Euro

Feierabendticket ab 17 Uhr: 4 Euro

Informationen zur Ausstellung und zum Begleitprogamm:

https://shop.thueringerschloesser.de/museum-paradiesgaerten/

 

 

Weitere Vortragstermine:

 

16.6.2022

Mittelalterliche Klostergärten als Paradiesgärten

Dr. Rita Hombach, Köln

 

30.6.2022

Orangerien als Ausdruck höfischer Repräsentation am Beispiel der herzoglichen Orangerie Gotha

Jens Scheffler, Gotha

 

7.7.2022

Die Orangerie von Bendeleben

Dr. Martin Baumann, Thüringer Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie

 

14.7.2022

Wissen wächst im Garten. Zur Bedeutung historischer Gärten

Inken Formann, Staatliche Schlösser und Gärten Hessen

 

1.9.2022

Kunstvolle Blumen-Stickereien – Teppichbeete in der Gartenkunst und gärtnerischen Praxis im Altensteiner Park

Dr. Daniel Rimbach und Margret Most, Bad Liebenstein

 

8.9.2022

Vereinbarkeit von Gartendenkmalpflege und Naturschutz in historischen Gärten

Stefan Wallerius, Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen

 

15.9.2022

Klimawandel – eine Herausforderung für die Gartendenkmale

Dr. Doris Fischer, Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten

 

gefördert durch